Dienstag, 8. April 2014
Payback - Sammeln Sie Punkte?
Während er so baute und erzählte, kam er plötzlich auf das Thema “Payback” und Punkte sammeln. Dabei bemerkte er auch, dass “Payback” ja auch “Rache” bedeuten kann.
War irgendwie ein witziger Gedankengang, aber ein paar Minuten später hatte ich es wieder vergessen.
Ein paar Tage später saßen wir als Jugendkreisteam zusammen und überlegten das neue Thema für die nächste Stunde.
Nach kurzer zeit haben wir uns für das Gleichnis des Schalksknechtes entschieden.
Die Bibelstelle war also klar, aber dann gab es das andere Problem: “Wie wollen wir das Thema nennen?”
Wer schon mal Namen für “Was auch immer” raussuchen musste, der weiß, wie schwierig das sein kann.
Als wir also so da saßen und nachdachten, erinnerte ich mich plötzlich wieder an die Tatsache, dass ja “Payback” Rache heißt.
Die anderen fanden die Idee auch gut und schon hatten wir ein Name für das Thema.
Und dazu gab es noch ein kleines Theaterstück:
Personen
-freundliche Stimme
-Otto Normal
-Lehrerin
-So ein Typ
-Mutter
Stück
Otto sitzt auf einen Stuhl und hört der Lehrerin zu.Lehrerin: Es ist unglaublich, die Hälfe der Klasse hat schon wieder die Hausaufgaben nicht und die Klassenarbeit ist auch wieder unter aller Sau!
Ihr seid alles Versager und werdet niemals einen Ausbildungsplatz finden!
Am besten ihr meldet euch gleich für Hartz IV an!
Die Lehrerin und Otto frieren ein.
Stimme:
Herzlichen Glückwusch Otto Normal. Sie erhalten 10 Punkte!
Otto steht auf und geht umher. In kurzer Entfernung seht ein Typ und pöbelt ihn ohne Grund an.
Typ: Ey Alter, was guckst du so?! Geh aus meinem Gesicht oder du wirst mich kennenlernen! Idiot!
Der Typ und Otto frieren ein.
Stimme:
Herzlichen Glückwusch Otto Normal. Sie erhalten 20 Punkte!
Otto ist zu Hause angekommen, setzt sich auf einen Stuhl und öffnet einen Laptop. Seine Mutter kommt dazu.Mutter: Ich kann es einfach nicht glauben! Du willst schon wieder Computer spielen und dabei hast du noch nicht mal den Müll herunter gebracht. Und dein Zimmer sieht auch schon wieder aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen.
Du bist so faul!
Nimm die lieber mal ein Beispiel an deiner Schwester!
Die Mutter und Otto frieren ein.
Stimme:
Herzlichen Glückwusch Otto Normal. Sie erhalten 30 Punkte! Sie haben zusätzlich noch den Muttergutschein eingelöst, Ihrer gerade erhaltenen Punkte verdoppeln sich noch einmal.
Vergesse Sie nicht Ihre Punkte einzulösen, bevor sie verfallen! Es gibt attraktive Prämien.
Bei 10 Punkten dürfen Sie jemanden beleidigen.
Bei 100 Punkten dürfen Sie jemanden schlagen.
Bei 100.000 Punkte ist schon ein kleiner Rufmord drin!
Und vergessen Sie nicht unser beliebtes Angebot: für nur 100 Millionen Punkte dürfen sie einen Amoklauf durchführen!
Samstag, 5. Oktober 2013
Geschichten aus der Box
Meine letzte Predigt in der Anskar-Kirche:
Die Geschichte von Simon unter besonderer Berücksichtigung von Spliss
Montag, 1. April 2013
Jedes Alter
Personen:
Mose
Petrus
Maria
Samuel
Petrus: Und dann standen wir auf dem Berg und Jesus suchte sich 12 Männer im bestem Alter heraus.
Mose: Was heißt hier im besten Alter?
Petrus: Na nicht zu jung und nicht zu alt, schon etwa Erfahrung, aber auch noch nicht zu eingefahren.
Du weißt doch: ein Mann mit Familie und Beruf - das steht für Zuverlässigkeit.
Samuel: Und deswegen hast du auch gleich Jesus verraten!?
Petrus: Das ist doch Schnee von gestern!
Maria: Ich war nicht zu jung um Gott du dienen. Ich war erst 15 Jahre, als der Engel Gabriel zu mir sprach, dass ich den Retter der Welt gebären soll.
Samuel: Und ich war noch ein Kind, als ich die Stimme Gottes hörte.
Petrus: Ausnahmen, alles ausnahmen!!
Maria: Liest du eigentlich die Bibel? Was ist mit David gegen Goliath – Er war gerade mal ein Teenager oder Jeremia wurde als Jugendlicher zum Propheten berufen.
Mose: Vergesst nicht die Senioren! Ich hab schon das Volk aus Ägypten geführt, da wart ihr noch alle gar nicht geboren. Mit 80 Jahren wurde ich von Gott in der Wüste gerufen. 40 Jahre musste ich mit dem Volk im Kreis laufen und…
Maria, Petrus, Samuel: hatte nicht einmal Blasen an den Füßen.
Maria: Wir kennen die Geschichte.
Petrus: Du hast sie uns ungefähr schon 1000mal erzählt.
Samuel: Ich glaube es ist egal, wie jung oder alt man ist.
Petrus: Wenn dein Herz offen für Gott ist…
Mose: Dann kann Er jeden gebrauchen.
Samstag, 7. April 2012
Weihnachten fällt wohl aus…
Vier Personen:
Lisa
Andrea (Mutter)
Sandra (Tochter)
Heike
Inhalt:
Vier Personen treffen sich zum Geschenke einpacken und reden über die verschiedenen Weihnachtstraditionen in Gemeinde und Familie.
Lisa summt vor sich her „Weihnachten in Familie“ und räumt den Tisch auf. Sie will mit ihren Freundinnen gemeinsam Geschenke einpacken.
Wenig später klingelt es an der Tür und Andrea (Mutter) und Sandra (Tochter) mit vollen Tüten und Kisten treten ein.
Lisa: Hallo Andrea, Hallo Lisa, da seid ihr ja endlich. Ich habe schon gedacht, ihr kommt gar nicht mehr!
Andrea: Da draußen ist so ein Rummel! Und dann hat sich Sandra nicht beeilt..
Sandra: Ach jetzt soll ich wieder Schuld sein!?
Lisa: Ahhh bitte nicht streiten. Ihr seid ja jetzt da, nur dass ist wichtig!
Andra: Du hast ja Recht!
Lisa: Ihr habt aber ganz schön viele Pakete?! Sind die alle für Weihnachten?
Andrea: Ja bei uns trifft sich die ganze Verwandtschaft. Großeltern, Onkel, Tanten und so weiter…
Lisa: Ich hab nur ein paar wenige Geschenke einzupacken. Dieses Jahr feiere ich wieder im kleinen Kreis. Ich kann erst Silvester zu meinen Eltern fahren.
Es klingelt an der Tür. P1 öffnet.
Lisa: Hallo, gut das du da bist! Die anderen sind auch gerade erst gekommen.
Heike: Ich komme direkt von der Chorprobe hier her… Hoffentlich schaffen das alle noch, ihre Stimmen bis Weihnachten zu lernen! Und dann ist noch die Chorleiterin krank geworden!!
Lisa: Und hat es heute trotzdem gut geklappt?
Heike: Ja, es war echt gut! Ein Lied hat mir besonders gut gefallen. Pass mal auf:
Chorlied
Die Vier sitzen am Tisch und packen die Geschenke ein.
Sandra: Ich freu mich schon auf Heilig Abend, wenn die ganze Familie zusammen sitzt und auf das leckere Essen!
Andrea: Ja du musst das Essen auch nicht machen! Und wenn die Gans nicht perfekt ist, dann ist Onkel Helmut wieder den ganzen Abend sauer und vermisst allen anderen die Laune.
Lisa: Mhhh manchmal ist es doch von Vorteil, von den Verwandten so weit weg zu wohnen…
Heike: Stimmt ja, deine Familie wohnt hier gar nicht? Wie habt ihr denn früher Weihnachten gefeiert? Nur du, deine Geschwister und Eltern?
Lisa: Am 24. Dezember mussten meine Brüder und ich immer in der Küchen bleiben. Unsere Eltern erzählten uns immer, dass der Weihnachtsmann noch Sachen vorbereiten muss und sie helfen ihm dabei.
Unter Strafe war es verboten zur Wohnzimmertüre zu gehen. Mein großer Bruder machte sich daraus immer einen Spaß. Er hob mich hoch und trug mich in den Flur, direkt vor die Wohnzimmertüre und setzte mich dort ab.
Sandra: Und was geschah dann?
Lisa: Ich bin voller Panik wieder in die Küche gerannt und habe gehofft, dass der Weihnachtsmann mich nicht bemerkt hatte.
Nach einem ewig langen Nachmittag klingelte irgendwann endlich das Glöckchen und wir durften endlich in das Wohnzimmer eintreten und unsere unsere Geschenke auspacken.
Danach gab es immer Würstchen und Kartoffelsalat und dann guckten wir gemeinsam im Fernsehen „Weihnachten in Familie“.
Heike: Wie war das den alles? Seit ihr denn nicht in einen Weihnachtsgottesdienst gegangen?
Lisa: Nö, warum auch? Weihnachten war für uns auch so perfekt, ich kannte es auch nicht anders und als Kind fand ich es wundervoll.
Andrea: Also so könnte ich nie feiern! Mir würde etwas fehlen.
Lisa: Wie sieht den bei euch Weihnachten aus?
Andrea: Erzählt… (große Familie, Weihnachtsgottesdienst, Gans)
Und ich freute mich immer wieder, wenn wir das Lied „Tochter Zion“ gesungen haben.
Gemeindeweihnachtslied „Tochter Zion“
Heike: Es ist wirklich interessant, wie ihr alle Weihnachten feiert. Aber wisst ihr, was mich gerade beschäftigt: Welchen Version der Weihnachtsgeschichte ich am Heilig Abend lesen soll? Was haltet ihr davon, wenn ich aus Matthäus lese?
Andrea: Das kannst du nicht machen! Es wir doch in der Kirche.
immer Lukas gelesen
Das würde die Leute doch durcheinander bringen.
Lisa: Lasst es doch ganz weg, vielleicht fällt es niemanden auf
Heike: Du kannst doch nicht die Weihnachtsbotschaft weglassen…
Lisa: Ja, wäre doch mal was Neues und stattdessen liest du ein Weihnachtsgedicht.
Ich hab da schon eins:
„Lieber guter Weihnachtsmann schau mich nicht so böse an.
Stecke deine Rute ein, ich will auch immer Artig sein!“
anderen: Böse Blicke..Offener Mund!
Lisa: Jaja, war ein Scherz… Ich wollte euch nicht ärgern.
Andrea: Am besten machen du machst das, wie wir was das immer gemacht haben, bleibe ganz traditionell bei Lukas.
Lesung
Gemeindelied
Lisa: Oh man, für Weihnachten muss man ja so viel bedenken und dann der ganze Stress.
Sandra: Wisst ihr noch, was es letztes Jahr geschah, als wir vergessen haben „Oh du fröhliche“ zu singen? Die Leute wollten ohne das Lied nicht nach Hause gehen.
Heike: Aber es kann auch nicht richtig Weihnachten werden ohne das Lied!
Sandra: Ich sehe das nicht so, ich mag ein anderes Lied viel lieber. „Da wurde mitten in der Nacht ein Kind geboren“
Lisa: Ohh ja, des kenne ich auch
Beide singen das Lied.
Heike: Es ist schon seltsam, was man alles braucht, damit richtig Weihnachten werden kann. Und jede Familie hat ihre eigene Tradition. Da ist die Familie, das Essen, die Geschenke zu bedenken. Nicht zu vergessen die richtigen Lieder und jedes für sich soll perfekt sein!
Sandra: Was passiert eigentlich, wenn die Gans verbrannt ist, die Familie zerstritten, die Geschenke mal wieder die falschen sind und wir singen nicht „Oh du fröhliche“?
Lisa: Ja dann müsste Weihnachten dieses Jahr leider ausfallen…
Lied
Ablaufplan grob
- Chorlied
- Begrüßung
- Gebet
- Kinderlied (Eine Tür tut sich auf für mich)
- Anspiel
- Chorlied
- Gemeindelied (Tochter Zion)
- Text
- Gemeindelied (Gloria in exelsis deo)
- Vortragslied (Da wurde mitten in der Nacht)
- Gemeindelied (In der Nacht von Bethlehem)
- Predigt
- Lied Kanon (Mache dich auf und werde Licht)
- Bekanntmachung
- Gebet
- Segen
- Lied (Oh du Fröhliche)
Kollekte am Ausgang
Montag, 16. Februar 2009
Die Berufung des Levi und das Mahl mit den Zöllnern
Erklärung: Vor dem Gottesdienst wurden 50 Cent Zoll von den Gottesdienstbesuchern verlangt. Wer sie nicht hatte, musste erst einmal draußen warten. Ab und zu wurden auch einfach so Leute rein gelassen, weil man sie z.B. sympathisch fand oder aus andere Gründe.
Glas mit Geld hoch zeigen.
Hier ist euer schönes Geld drin! Ich finde ja, wir hätten mehr einnehmen sollen, dann wäre bestimmt noch ein großer Eisbecher für jeden in WG drin.
Als ihr an der Tür standet und Lena das Geld eingesammelt habt, da habe ich ein bisschen beobachtet.
Reaktionen beschreiben
Zu keiner Zeit mochten Menschen Geldeintreiber. Vor allem wenn man hart dafür arbeiten muss, um irgendwie über die Runden zu kommen. Hier am Bibs gibt es ja auch einige die zwei oder sogar drei Nebenjobs haben und das Geld trotzdem nicht hinten und vorne reicht.
Gerade bei den Erstklässlern könnte es jetzt klingeln. Zöllner! Quasi die Prototypen eines Sünders im ersten Jahrhunderts. Unbeliebt weil sie beim Geld eintreiben und in ihre eigen Tasche steckten und mit der römischen Besatzungsmacht zusammen arbeiteten und zudem waren sie noch unrein, weil sie ständig Kontakt mit Nichtjuden und dessen Geld hatten.
Heute geht es aber nicht um den Zöllner Zachäus. Der Text befindet sich weiter vorne im Lukasevangelium.
Jesus hatte zu einen gelähmten Mann gesagt: „Deine Sünden sind dir vergeben!“ Dies führte zu einen einem Streitgespräch mit den Pharisäern. Um seine Vollmacht zu zeigen, dass er Sünde vergeben kann, heilt Jesus darauf den gelähmten Mann.
Hier fängt unser Text an: Lukas 5, 26 – 32
26 Und sie entsetzten sich alle und priesen Gott und wurden von Furcht erfüllt und sprachen: Wir haben heute seltsame Dinge gesehen.
27 Und danach ging er hinaus und sah einen Zöllner mit Namen Levi am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach!
28 Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach.
29 Und Levi richtete ihm ein großes Mahl zu in seinem Haus, und viele Zöllner und andre saßen mit ihm zu Tisch.
30 Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten und sprachen zu seinen Jüngern: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern?
31 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.
32 Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten.
Die Heilung des Gelähmten und die Berufung des Zöllners gehören eng zusammen. In beiden geht es um Sünde und Heilung.
Kurz nachdem Jesus die Sünde des gelähmten Mannes vergeben hatte, von dem nicht wir nicht wissen, was er getan hat, sah Jesus den Zöllner Levi in seinem Zoll sitzen. Praktisch in Ausübung seiner „Sünde“, für jeden sichtbar. Genau zu diesem korrupten, Besatzungsmacht unterstützenden Sünder ruft Jesus in die Nachfolge. „Folge mir nach!“ Und Levi ließ alles stehen und liegen und folgte ihm nach.
Waren als Jünger Petrus, Johannes und andere noch in Ordnung für die Pharisäer (vielleicht ein bisschen impulsiv und manchmal schwer von Begriff, leicht fanatisch oder zweifelnd), so hatte sich Jesus jetzt einen waschechten Sünder ins Boot geholt. Ich frage mich, was die anderen gedacht haben, bestimmt war Simon der Zelot bestimmt nicht sehr begeistert von Jesus Idee.
Jesus verlangte von Levi auch nicht, dass es sich erst ändert, sein Besitz verkauft, Sühneopfer in den Tempel bringt und dann, wenn er genug Buße getan hatte, dürfte er – nach einer Probezeit- sich als Jünger Jesu bezeichnen. Nein, er sagte zu Levi „Folge mir nach“, alles andere würde sich schon später ergeben.
Übrigens mit der Probezeit ist kein Witz, ich habe schon ein paar Mal gelesen, dass, bevor man einen Rabbi folgen durfte oder in die Genossenschaft der Pharisäer aufgenommen wurde,man eine Probezeit hatte und verschiedene Aufgaben zu erfüllen hatte. Jesus hingegen verlangte zur Nachfolge keinen kompletten Aufnahmebogen.
Levi schien sich jedenfalls über die Einladung Jesus zu freuen und war dankbar. Er lud Jesus in sein Haus ein und schmieß eine große Party (ein großes Mahl steht im Text).
Und Jesus kam.
Und dazu noch eine Horte weiterer Zöllner und andere Gäste. Mir ist aufgefallen, das Lukas an diese Stelle bewusst nicht Zusammenklang „Zöllner und Sünder“ geschrieben hat.
Bis dahin klingt noch alles ziemlich harmonisch. Doch dann kommen die Pharisäer und Schriftgelehrten dazu, besser gesagt, sie standen mit Sicherheit vor dem Haus, den wenn sie in das Haus rein gegangen wären, dann hätten sie sich verunreinigt. Sie fragen die Jünger Jesu, warum sie mit den Sündern zusammen essen.
Aus der Sicht der Pharisäer ist das eine gute Frage. Wenn man lang genug an dieser Schule war, dann weiß man, dass Pharisäer nicht die Bösen sind, wie sie manchmal in christlichen Kreisen dargestellt werden. Sie wollten Gott mit ganzen Herzen dienen, sie waren für soziale Gerechtigkeit und versuchten das Gesetz so genau wie möglich zu halten und für die judenfeindliche Umwelt lebensmöglich umzusetzen. In einem Umfeld, wo man kaum noch die Reinheitsvorschriften einhalten kann, weil selbst das Volk sich kaum noch an die Gebote hält und es vor Heiden nur so wimmelt, ist die einzige Möglichkeit sich abzugrenzen, ggf eine Subkultur zu bilden. Zwar haben die Pharisäern missioniert und wollten das Volk zu Umkehr zu Gott bringen, aber dann gab es auch noch hoffnungslose Fälle. Zöllner, Prostituierte, Verbrecher und so weiter… Umgang mit denen würde nur Verunreinigung bedeuten.
Also warum hat Jesus ausgerechnet mit diesen Leuten Tischgemeinschaft?
Jesus antwortet darauf, weil die Kranken einen Arzt brauchen, weil ich gekommen bin, die Sünder zur Buße zu rufen.
Jesus stellt sich in seiner Wirkenszeit auf der Erde immer auf die Seite der Schwachen, der Sünder, der Kleinen und Unbeachteten. Er ruft sie alle in seine Nachfolge, er identifiziert sich sogar mit ihnen „Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht. Er hat keine Berührungsängste und kennt keine hoffnungslosen Fälle. Und er ruft seine Jünger auf es ihm gleich zu tun. Bis neulich dachte ich, dass das eigentlich ziemlich klar für uns Christen sein sollte, aber manchmal Verhalten wir uns eher wie die Pharisäer, als wie Jesus.
Neulich hatte ich ein Streitgespräch mit jemanden aus einer Gemeinde. Kinder aus moslemischen und aus einem wirklich schlechten Hintergrund waren mal wieder negativ aufgefallen und die Person sagte. „Wir sind überhaupt nicht verantwortlich für diese Kinder und wer weiß ob das hier überhaupt etwas bringt!“ Ich war etwas geschockt, weil ich kurz vorher mich intensiv mit diesen Thema in der BP-Woche auseinander gesetzt habe. „Wir sind hier vielleicht die einzigen, die diesen Kindern Liebe entgegen bringen und ich glaube daran, dass Jesus fähig ist in den Leben dieser Kinder etwas zu bewirken!“ Er sagte nur: „Schön für dich!“
Und falls ihr jetzt denken solltet, dass ich toll bin, dann muss ich gestehen, dass ich sehr oft an Obdachlosen vorbei gehe und denke, denn gebe ich nichts, die sind ja selber Schuld. Als Toby letzte Woche predigte zuckte ich etwas zusammen, ich gehöre zu den Menschen, die Obdachlose nicht angucken.
Naja, ein bisschen besser wird es langsam mit mir, aber auch ich habe meine „Lieblingsgruppen“, von denen ich mich lieber fern halte.
Von welchen Menschen grenzt du dich ab? Wenn übersieht du oder willst übersehen? Wer sind die Menschen, zu denen Jesus sagt folge mir nach?
Sind es für dich Alkoholiker, eingebildete Frau von Nebenan, Homosexuelle, Ausländer, Moslems, Volksmusikliebhaber , Kinder aus der Inobhutnahme, chronisch Kranke, Depressive.
Vielleicht ist es an der Zeit mit ihnen „Tischgemeinschaft“ zu haben, was auch immer, das in deiner Situation bedeutet. Vielleicht ist es and der Zeit sich wieder neu von der Liebe Jesu anstecken zu lassen und die Menschen in unserer anzunehmen wie sie sind.
Amen
Donnerstag, 5. Februar 2009
Vertrauen
Vertrauen ist verdammt schwer, wenn es einen schlecht geht. Ich werde es trotzdem irgendwie versuchen!
Montag, 2. Februar 2009
Vergleichen macht traurig
Heute bin ich nicht so besonders gut gelaunt. Warum? Nun eigentlich geht es mir nicht schlecht, wenn ich genau gucke sogar richtig gut! Ich habe heute alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe, hatte gute Gespräche und liebe Leute um mich. Und bei der Sparkasse heute konnte ich einen wunderschönen und kostenlosen Kalender absahnen.
Also warum bin ich traurig?!?
Weil ich mich schon den ganzen Tag mit den anderen vergleiche. Nicht was Aussehen und Begabung betriff, da bin ich mittlerweile ziemlich gefestigt. Ich weiß was ich kann und nicht kann und das es nicht schlimm ist nicht überall die beste zu sein.
Nein, bei mir geht es eher um Beziehungen und Menschen. Es macht mich traurig, dass ich mit gewissen Personen immer noch nicht so umgehen kann, wie ich will. Es ist nicht mal so groß meine Schuld, es gab halt nur mal ein großes Missverständnis.
Und anstatt auf die Fortschritte zusehen und was mir Gott schon alles geschenkt hat (und das ist nicht wenig!), seh ich auf die anderen um mich herum und seh wie “gut” es ihnen geht.
Es ist anstrengend, die ganze Zeit so traurig durch die Gegend zu laufen. Ich will jetzt lernen auf das zu schauen, was Gott schon Geschenkt hat und darauf zu vertrauen, dass er einen guten Plan hat.
Samstag, 31. Januar 2009
Jeden Tag ein Stückchen mehr…
Wer mich kenn, der weiß, dass ich das Chaos in Person sein kann. Und gerade in einer WG ist es nicht leicht ständig Ordnung zu halten. Vor allem, wenn tagtäglich viele Freunde, Bekannte und Mitschüler durch die WG wandeln. Mit einen einfachen Aufräumen ist es da nicht getan.
Und auch mein Zimmer versiffte immer mehr! Doch vor einigen Wochen kam mir der Gedanke, das ich eigentlich Gottes Herrlichkeit und Güte in die Welt tragen wollte (ui, klingt das gestochen) und irgendwie passt da ein Zimmer im Chaos nicht!
Ich konnte keine Freunde einladen und wenn doch dann saßen wir nur in der Küche rum (die ja auch meist aussieht wie Sonstewas).
So hab ich mich entschieden, was meine WG betrifft, immer wenn ich irgendwas tue ein kleines Stückchen mehr zu machen z.B. neben meinen Sachen auch ein paar Teller der anderen Spülen oder hab den Besen in der Hand, dann kann ich auch gleich den Flur mit durch kehren. Aber keinen großen Aufwand, sondern immer kleine Sachen, die nahe liegen.
Und bei meinen Zimmer mache ich es ähnlich. Ich geh irgendwo hin, dann kann ich auch die oder das mitnehmen. Oder den Gegenstand aufräumen.’’
Es ist schön, mit einem aufgeräumten Zimmer kann ich viel gastfreundlicher sein.
Donnerstag, 29. Januar 2009
Vornesitzer und Schlechtwerder
Neulich war ich mit einem Bekannten Kaffee trinken. Wir redetet viel über Gott und die Welt, mmhh vor allem über Gott. Und als wir so langsam nach Haus gingen, kamen wir auf das Thema Auto fahren und das mir dabei immer schlecht wird. Deswegen sitze ich auch die meiste Zeit vorne, dort wird mir nämlich etwas langsamer schlecht.
Und dann kam die Fragen: “Stimmts du sitzt gerne Vorne, nicht nur wegen des schlecht werdens!?!”
Nach einen kurzen Moment des Überlegens sagte ich: “Ja, ich sitz gerne vorn!”
Mein Bekannter sprang in die Luft und meinte “Wusste ich´s doch, gut dass du es zugibst.” Nach einer Sekunde meinte er: “Du wirst wahrscheinlich nie von deiner Übelkeit geheilt!”
Danach versuchte ich ihn noch davon zu über zeugen, dass es mir ja schlecht wird weil… Aber irgendwie brachte es das nicht.
Obwohl wir über zutiefst geistliche Themen sprachen, ist dieser kurze Moment hängen geblieben. Noch die Tage danach habe ich mich darüber innerlich aufgeregt.
Ich hab mich gefragt ob mir nicht mehr schlecht werden würde, wenn ich nicht mehr vorne sitzen will oder ob ich dann geheilt werden könnte, ob er wirklich recht hat und noch viele andere Sachen.
Gestern Nacht saß ich auf einer Bank mit meinen Laptop und wollte eine Mail schreiben, doch irgendwie ist ein Gebet draus geworden.
Und auf einmal fragte ich mich, ob es nicht noch andere Bereiche in meinem Leben gibt, wo ich mein “Vornesitzervorrecht” nicht aufgeben will, dafür aber “Übelkeit” in kauf nehme…
Mit diesem Gedanken bin ich noch nicht ganz fertig.
Doch ich denke, langsam verstehe ich warum ich bis jetzt nicht weiter gekommen bin in einzelnen Bereichen meines geistlichen Lebens.
Freitag, 2. Januar 2009
*Klirr*
Dachte erst viel über die Zukunft nach, die im Dunklen liegt, dann die Gegenwart, die gerade eigentlich ziemlich gut ist und auch über die Vergangenheit grübelte ich.
Wenigstens habe ich dabei die WG aufgeräumt und mehrere Kilo Glas in die Container geschafft.
Während ich so hin und her ging, hatte ich unterschiedliche Gefühle: Freude, Dankbarkeit, Trauer, Ungewissheit...
Irgendwie ist gerade alles etwas diffus, aber insgesamt geht es mir gut!
Dienstag, 30. Dezember 2008
Unterwegs im InterCity
Ich freu mich auf mein zu Hause, auf mein Zimmer und nette Menschen. Endlich wieder soviel Ruhe, dass man seine Gedanken hören kann und nicht immer innerlich den Kopf einziehen muss.
Im Moment bin ich doch etwas verwundert. Also über eine Gebeterhörung um genau zu sein.
Es ist noch nicht lange her, dass ich im Bett lag und mir wünschte, dass ich von jemanden (bestimmtes) ein Geschenk zu Weihnachten oder Geburtstag bekomme. Aber noch in diesem Moment, war mir bewusst, dass das kompletter Quatsch ist, drei Jahre Erfahrung hatten das gezeigt und ich war traurig, dass ich da immer noch nicht weiter war.
Und nur drei Tage später bekam ich eine Einladung zum Kaffee trinken.
Als ich Gott fragt, warum er das gemacht hat, hatte ich das erste mal das Gefühl ihn zu verstehen (nicht hörbar, sondern in meinem Herzen): „Weil ich dir eine Freude machen wollte!“
Er überrascht mich doch immer wieder :-)!
Ich habe mir gestern ein Notizbuch gekauft, damit ich in Gottesdiensten und ähnlichem mitschreiben kann. Es ist relative klein, dafür aber dick und hat ein Löwen auf dem Cover (Musste an Aslan dabei denken.)
Ich bin zwar nicht so der „Alles mitschreib“- Typ, aber es gibt immer wieder einprägsame Sätze, die sich lohnen aufzuschreiben. Das sind die Sätze, die mich eine Zeit lang begleiten.
So wie dieser hier: „Die Engel bedecken sich mit ihren Flügeln, damit sie nicht von Gott ablenken.“
Keine Ahnung ob das theologisch richtig ist, aber es ist mir ein Bild geworden für Demut und Gott die Ehre geben.
Zur Zeit schweben viel Dinge und Themen in meinem Kopf herum: Gott in mir, Gott in meinen Geschwistern, wie kann man mit Vollmacht Demütig bleiben. Wie begegnet man bevollmächtige Menschen... Und natürlich, die weitere Suche nach Gott.
Ich habe festgestellt, das all diese Themen für mich sehr eng beieinander liegen, also es bleibt spannend.
Sonntag, 28. Dezember 2008
Lange Wege, erste Schritte
Ein Satz der mich schon seit einiger Zeit verfolgt. Und je mehr ich darüber nachdenke, umso klarer wird es für mich. Ich möchte gerne Gott nah sein, aber ich will eigentlich nichts dafür tun. Am Besten wäre es doch, wenn mir Jesus einfach mal Nachts irgendwann erscheint! Dann würd ich doch der Superchrist werden. Das wäre toll und soooo einfach und ohne Arbeit.
Nein, meine nicht dass man als Mensch irgendwas tun kann, um Gott von sich aus nah zu kommen. Gott ist den ersten Schritt gegangen, gerade jetzt in der Weihnachtszeit schallt es mir aus allen Ecken entgegen.
Doch in jeder guten Beziehung müssen beide Parteien arbeiten, damit sie bestehen bleibt. Und ich habe in letzter Zeit nicht viel für die Beziehung zwischen Gott und mir getan. Ich will nicht mehr wie Hiob sagen müssen: „Ich kenne dich nur vom hören sagen her.“
Man beachte dabei, dass Hiob ein sehr frommer Mann war, der von Gott gelobt worden ist.
Ein Bekannter von mir sagte einmal, als er von Mose las: „Ich will auch ein Freund Gottes genannt werden.“ Auch er hat die Sehnsucht Gott mehr kennen zu lernen.
Wer ist eigentlich dieser Gott, denn ich seit Jahren anbete? Was denkt er, was fühlt er?
Ich habe keine Lust mehr auf 08/15 Christentum, wo man sich von Krise zu Krise hangelt und gerade so überlebt!
Nach langer Zeit des Herumjammerns will ich mich nun endlich auf dem Weg machen!
Dabei ist mir bewusst das die Suchen nach Gott nicht irgendwann beendet ist, sondern immer weiter geht!
Aber wie sieht das jetzt praktisch aus?!?!
Naja, im Moment sieht es gerade etwas Mau bei mir aus! Bin gerade über die Feiertage zu Hause.
Irgendwie ist die Stimmung nicht so gut und außerdem ist meine ganze Familie nichtchristlich. Das ist nicht immer einfach für mich.
Um genau zu sein, fällt es mir hier sehr schwer als Christ zu Leben. Mein Selbstwertgefühl ist nicht gerade das Beste und so bin ich bei Nichtchristen nicht die Person, die auf den Putz haut und Argumente ohne Ende hat. (Eigentlich ist das auch nicht unsere Aufgabe).
Es ist schon eine Überwindung für mich freundlich zu bleiben, aber Besuche in meiner Heimatgemeinde und bei christlichen Freunden bauen mich immer wieder auf!
Zwischendrin ruft auch ein Freund mich immer wieder mal an und ermutigt mich.
Ich liebe meine Mitchristen. Wirklich!! Sie tun so unendlich viel für mich.
Selbst eine Person, dich ich schon seit Jahren nerve (und ich kann sehr nervig sein), ist immer sehr gut zu mir. Sie ist ehrlich zu mir, wenn ich mal wieder übertreibe, aber sehr freundlich und ermutigend wenn ich Hilfe brauche.
Die vielen guten und tiefen Gespräche bei Unmengen von Cappuccino mit meinen Geschwistern (im Herrn) will ich auf keinen Fall mehr missen!
Sie ermutigen mich alle dran zu bleiben und nicht einfach aufzugeben!!
Im Moment heißt es wohl aushalten, bis ich von hier wegfahren kann...
Montag, 1. September 2008
Die Bahn kommt…
Neue Sachen machen mir Angst und alleine Bahn fahren war schon immer ein Horrorgedanke für mich gewesen! Riesige Anzeigetafel, unüberschaubare Fahrpläne (jedenfalls für mich) und vieeeele Menschen! Für mich war immer sicher: “Ich werde nie alleine Zug fahren!”
Tja, bis ich umgezogen bin! Da war ich nun, ca. 450 km von meiner Heimatstadt entfernt und keiner da, der mich mit dem Auto mit nehmen wollte!
Ich hatte eine leise Befürchtung. Nein, das kann nicht sein… Will Gott etwa, dass ich ganz alleine mit dem Zug fahren muss?! Ich will nicht!!! Kann denn nicht einfach ein Wunder geschehen?!
Aber nix passierte und so musste ich doch kümmern. Wie eine Fahrkarte besorgen? Da half mir jemand aus meiner WG! Doch irgendwie hatte ich ein ungutes Gefühl! Vier mal umsteigen, da könnte ja einiges schief gehen…
Der befürchtete Tag kam und ich stand auf dem Bahnhof. Ich konnte nur noch beten: Okey Herr, wenn du willst, dass ich Bahn fahre, dann musst du dich auch darum kümmern, dass ich gut ankomme! Ich stieg in den Zug und fuhr los. Und auch der Umstieg klappte ohne Probleme und der nächste auch. Wenn das so weiter geht, dann hätte ich ja nichts zu befürchten… Aber eine Frage blieb noch: Was mach ich, wenn mein Zug zu spät kommt und ich denn Anschluß verpasse? Denn ich hatte eine Plan und Spar- Karte und da sind mir die Züge und Zeiten genau vorgeschrieben.
Es kam, wie es kommen musste, der nächste Zug hatte Verspätung. Ganze 50 min! Ich dachte nur noch: “Herr was soll ich machen?” Weil mir nichts einfiel und auch keine Stimme aus dem Himmel kam, wollte ich einfach die nächsten 50 min warten. Gerade als ich dass Gleis verlassen wollte, kam mir ein Mädchen in meinen Alter entgegen. “Das kann doch nicht war sein, dass der Zug 50 min Verspätung hat!” sprach sie mich an. Und ich sagte: “Doch!”
Dann ging alles sehr schnell. Sie ging zum Service Point. Fragte nach einen anderen Zug, ich folgte ihr, wir rannten um den anderen Zug noch zu bekommen. Außer Puste aber rechtzeitig erreichten wir noch die Bahn.
Ich hatte Angst, denn ich hatte ja keine gültige Karte für diesen Zug! Wollte es aber gleich den Schaffner erklären und wenn nötig nachbezahlen. “Hoffentlich reicht das Geld?! Bitte lass mich kein ärger bekommen!” betete ich in Gedanken. Eine sanfte Panik ergrif mich… Endlich kam der Schaffner! Ich musste nichts bezahlen und er erklärte mir, was ich dass nächste Mal machen sollte.
Und ein paar Stunden später bin ich glücklich und um ein wenig mehr Vertrauen in meiner Heimatstadt angekommen… Gott hatte mich gut ankommen lassen!
Freitag, 15. August 2008
Mikrowellen am Montag
Die Story hatte ich schon mal auf meinen anderen Blog geschrieben, aber ich denke sie passt auch hier gut rein.
Ich fand die ganze Sache einfach lustig!
Ich mache seit einen Jahr ein Ausbildung zur Erzieherin und Gemeindediakon und wohne mit noch 5 anderen Mädels zusammen. Schon am Anfang waren wir uns einig, dass wir eine Mikrowelle brauchen. Aber keiner hatte Geld dafür und wir mussten uns erst mal wichtigere Sachen besorgen (wir sind die ersten in dieser WG und müssen deshalb bei Null anfangen).
Dieses Thema kam immer wieder auf, aber es hat außer rumjammern nichts gebracht.
An einen Tag standen wir mal wieder im Flur herum und witzelten darüber, wie toll eine Mikrowelle wäre (ich geb`s zu, zu der Zeit hatten wir noch nicht viel in der Schule zu tun). Jemand hatte eine Kiste dabei und aus irgendeine Grund meinte ich dann, eigentlich aus Spaß: “Ich glaube, dass Gott aus dieser Kiste eine Mikrowelle machen kann!” Die anderen stimmten mir mehr oder weniger zu!
Eine der Mädels holte dann einen Stift und malt auf die Kiste eine Mikrowelle und stellte sie auf den Kühlschrank, dort wo die MW stehen sollte.
Mein letzter Kommentar war: “Und Gott wird uns die Mikrowelle am Montag schicken!”
Die Woche verging und es kam der Montag! Und was war? Die Kiste stand immer noch so wie sie war. Natürlich waren wir ein bisschen enttäuscht. Aber schnell hatten wir eine Antwort parat, ich hatte ja nicht gesagt, an welchen Montag wir die Mikrowelle bekommen.
Es vergingen ein paar Wochen und ich weiß nicht wieso, aber wir haben nicht aufgehört darüber zu reden.
Ich und ein Mädel aus meiner WG waren dann weg auf Klassenfahrt. Als wir wieder nach Hause, war die erste Nachricht, die wir mitbekamen, dass wir eine Mikrowelle geschenkt bekommen werden.
Die Leute die sie vorbei brachten, hatten nicht soviel Zeit und hatten (soviel ich mitbekommen hatte) nur eine Tag dafür frei.
Es war ein Montag!
Samstag, 30. Juni 2007
Anders als erwartet
Vor ungefähr 2 ½ Jahren lebte ich noch in Dresden und ich dachte ich
würde von dort nie wegziehen. Einige Zeit später kam ein junger Mann auf
mich zu und fragte mich: “Na, willst du nicht auf Marburger
Bibelseminar kommen?” Meine Antwort war sofort klar! “Niemals,
ich bin doch nicht lebensmüde auf einen Bibelschule zu gehen!” Das
war mir viel zu viel Verantwortung.
Nun, ihr könnt ja sehen, was daraus geworden ist. Es kam anders als
erwartet.
Anders als erwartet! So ging es auch den Jüngern von Jesus. Sie hatten
ihre Familien, Berufe und Sicherheiten aufgegeben um ihm zu folgen. Denn
Jesus war anders als die anderen…
Er hatte Ausstrahlung, Autorität und Vollmacht. Was er sagte hatte Hand und Fuß. Und seine Wunder waren atemberaubend. Selbst Dämonen hatten Angst vor ihm. Er war ein Prophet, ein Mann Gottes, ein Heiliger und
vielleicht – der Messias.
Hoffnung wurde geweckt! Jetzt würde endlich das Reich Gottes anbrechen,
die römischen Besetzer würden aus dem Land geworfen, die Armen und
Schwachen würden endlich zu ihren Recht kommen und Israel würde zu einer
Großmacht aufsteigen! Hieß es nicht in den Propheten “Alle Völker
würden nach Jerusalem pilgern!”
Drei Jahre vergingen. Es passierte nicht viel. Jesus lief im Hinterland
herum und predigte.
Und ging es Richtung Hauptstadt. Wird es jetzt endlich los gehen?
Revolution?!!
Palmsonntag… Jesus reitet auf einen Esel nach Jerusalem ein. Er erfüllt
so das Prophetenwort von Sacharja. Jesu Zeichen war klar. Genauso gut hätte
er sich auch einen Aufkleber mit “Messias” an seinen Stirn
pappen können.
Und dann ging alles sehr schnell! Jesus geht in den Tempel, schmeißt die
Händler heraus. „Genau Jesus zeig es den geistlichen Führern, wer
der Herr im aus ist und jetzt nur noch ein Durchmarsch zu den Römern…!“
Eine Woche später. Es ist Sonntagnachmittag. Die Sonne brennt nicht mehr
so allzu heiß vom Himmel. Perfektes Reisewetter und nur hier und da
trüben ein paar kleine Wolken den strahlend blauen Himmel. Zwei Männer
sind unterwegs von Jerusalem nach Emmaus. Jünger von Jesus. Aber sie haben
andere Dinge im Kopf als Wölkchen.
Jesus ist tot und mit ihm ihre Hoffnungen und Träume. “Was in aller
Welt ist nur schief gelaufen?” Sie waren sich doch so sicher… Und
dann noch dieses Gerücht, Jesus wäre von den Toten auferstanden. Und so
redeten sie miteinander, diskutierten, überlegten. – und kamen doch auf
keinen grünen Zweig.
(Lukas 24,15 -27 lesen)
Zwei Männer, zutiefst enttäuscht, traurig und ohne Hoffnung. Und Wer kann
es ihnen verübeln? Innerhalb ein paar Tage sind all ihre Pläne und
Träume wie Seifenblasen geplatzt. Eben noch schön und bunt und
“Pap” im nächsten Moment ist nichts mehr da, außer ein
Seifenring, der Flecken in den Sachen macht.
Mitten in diese Situation kommt Jesus dazu – unerkannt. Und er fragt
sie, worüber sie sich den unterhalten. Die zwei Männer müssen stehen
bleiben, der Schmerz der letzten Tage kommt wieder hoch. Sie können es
nicht glauben. Es gibt tatsächlich noch eine Person, die nicht weiß was
in Jerusalem geschehen ist. Ebenso könnte man heute einen New Yorker
fragen, was so besonders am 11. September sei.
Aber was die beiden nicht wissen ist, das sie mit dem Einzigem reden der
weiß was dort in Jerusalem auf Golgatha wirklich geschehen ist.
Aber bevor Jesus ihn alles erklärt, lässt er erst einmal seine Jünger
ausreden. So können sie ihren Schmerz ausdrücken und die Enttäuschung
formulieren. Und Jesus hört ihnen zu.
Und was ist seine einfühlsame und seelsorgerliche Antwort darauf?
Er staucht sie zusammen und zwar nicht zu knapp. Im griechischen steht
“Unverständige und langsame oder träge im Herzen”. Die Jünger von Jesus
hatten es nicht verstanden. So wie sie jetzt nicht Jesus erkennen und nur
einen Fremden in ihm sehen, so waren sie auch bei dem größten Ereignis
der Weltgeschichte live dabei und haben es nicht erkannt. Für sie ist dort
am Kreuz ihr Meister gestorben, der sie eigentlich von den Römern hätte
befreien sollen. Aber in Wirklichkeit errang Gott den Sieg gegen den Tod
und die Sünde.
Versteht mich nicht falsch, diese Leute waren nicht dumm oder unbiblisch.
Sie hätten genug Stellen aus dem AT zitieren können um ihre Erwartungen
ganz genau zu untermauern. Sie waren ganz im dem denken ihrer Zeit
verwurzelt. Man dachte der Messias sei ein starker und mächtiger
Weltherrscher. Und alles passte ganz genau zusammen. Ein unterdrücktes
Volk, die Prophezeiungen, ein Mann der auftrat und Zeichen und Wunder tat.
Aber wo lag den nun der Fehler?
Sie hatten ein ganz bestimmtes Bild von dem Messias im Kopf. Und alles was
da nicht rein passte, wurde aussortiert, nicht wahrgenommen oder
ignoriert. Eine Leider passt nicht in das Bild eines
Weltherrschers. Sie hatten andere Pläne mit Jesus. Aber für diesen
Zeitpunkt hatte Gott etwas ganz anderes geplant, ganz andere Ziele. Etwas
was, dass das denken der Jünger bei weitem übertroffen hat. Denn unsere
Pläne sind nicht Gottes Pläne und unsere Wege sind nicht Gottes Wege.
Ich denke das ist ein Problem, was nicht nur die Jünger von Jesus damals
hatten, sondern auch auch seine Jünger heute, also wir. Wie schnell
bastelt man sich in sein Leben ein schönes Gedankengebäude. Unsere
Vorstellungen werden von vielen Sachen geprägt: unsere Zeit in der wir
Leben, der Familie, die Gemeinde, unseren Lebenserfahrungen und vielen
andern mehr. Und wir glauben uns im Recht. Und es muss ja nicht einmal
heißen, dass man unchristlich oder unbiblisch wäre. Man kann seine Zeit
auch mit super frommen Sachen zustopfen und es jedem der nachfragt an 10
tollen Bibelstellen ganz genau erklären. Aber das müssen nicht die Dinge
sein, die Gott gerade von einem erwarten. Stellt euch eine Frau, die
glaubt sie müsse stundenlang für Gott in der Gemeinde arbeitet, aber in
Wirklichkeit will Gott aber will, das sie bei seiner Familie ist. „Oh
meine Tochter ist ja gewachsen. Als ich sie das letzte Mal sah, war sie
doch nur so groß!“ Oder ein Mann träumt insgeheim, dass er
irgendwann ein großer Prediger oder noch besser ein super Lobpreissänger
wird, aber er gar nicht die Begabung dafür hat, sondern eher der perfekte
Kindermitarbeiter ist.
Unser Leben ist gepflastert mit 1000 kleinen und großen Träumen und
Erwartungen an uns, an das Leben- an Gott. Und das ist erst mal
nichts schlechtes. Gott gibt uns Träume und Visionen, aber wie und wann
sie erfüllt werden, liegt bei ihm. Das auszuhalten dafür braucht man viel
Geduld. Und es tut weh, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden. Ich könnte
ein Liedchen davon singen und ich denke hier sind noch genug andere im Raum
die dazu noch einiges zu sagen hätten.
Oft ist es gut sich klar zu machen, welches Bild wir von Gott haben, was
wir von ihm erwarten und was wir glauben was er von uns erwartet. Wer
möchte kann sich ja mal zu hause hinsetzen und das auf einen Zettel
schreiben. Man wird erstaunt sein was da so alles zusammenkommt. Und diese
Erwartungen kann man dann im Gebet vor Gott bringen. Ihn fragen was dran
ist, sich von ihm korrigieren lassen. Manchmal tut Gott das durch andere
Menschen, durch eine Bibelstelle oder auch durch eine Lebenssituation.
Aber zurück zum Text. Ich habe mich gefragt, warum Jesus die beiden
Jünger zusammenstaucht. Und ich habe für mich zwei Antworten gefunden.
1. Jesus hatte seine Jünger bevor er gestorben ist, darauf hingewiesen,
was kommen wird. Das er sterben wird und wieder auferweckt wird und er
sagte auch das dies schon bei den Propheten angekündigt ist. Bei
Matthäus, Markus und Lukas sind uns jeweils 3 Leidensankündigungen
überliefert. (Matt 16, 21f). Aber die Reaktion der Jünger war abweisend.
Petrus wollte es nicht wahrhaben und die anderen Jünger verstanden es
nicht und hatten Angst davor. Was Jesus da sagte widersprach jeder ihrer
Logik und überstiegt ihren Horizont. Und auch 2000 Jahre später ist es
schwer zu verstehen, was da eigentlich geschehen ist. Paulus bezeichnet es
als die Torheit vom Kreuz und auch heute fällt es den Menschen nicht leicht Jesu Sterben und Auferstehen zu glauben. [...]
Und da kommen wir zu Zweitens. Die Jünger waren ganz in ihre Traurigkeit
und Enttäuschung gefangen. Jesus musste sie erst mal wieder zurückholen,
bevor sie aufnahmefähig waren. Und so ein kleiner Schock hilft Wunder
gegen kreisende Gedanken. Erst jetzt kann Jesus anfangen ihn alles ganz
genau zu erklären. Den ganzen Weg von Jerusalem nach Emmaus nimmt es sich
Zeit. Und das waren etwa 2 ½ bis 3 Stunden Weg. Und während sie so laufen
nimmt er sie mit durch das ganze AT. Geht mit ihnen die Mosebücher durch,
die Propheten und die Psalmen. Es war ihm wirklich wichtig, dass sie
verstanden, warum er sterben musste. Das es nur so möglich ist, dass die
Menschen Vergebung für ihre Schuld bekommen konnten. Auch wenig später als
Jesus seinen andern Jüngern zeigt, nimmt es sich die Zeit es ihnen ganz
genau zu erklären.
Obwohl Jesus unerkannt mit den beiden Jüngern ging, offenbarte er sich
mehr als wenn sie ihn sofort erkannt hätten. Sie wären dann zwar voller
Freude gewesen, aber diese Freude hätte sie blind für das wirklich
Wichtige gemacht. Es ist wichtiger die Erlösungstat Gottes zu verstehen
als Jesus zu sehen.
Heute sind wir in der Situation, dass wir Jesus nicht sehen können. Wir
können ihm nicht mehr so einfach folgen, mit ihm essen und reden. Aber wir
haben die Heilig Schrift, wir können durch das Wort an Jesus glauben und
wir haben jetzt ja noch zusätzlich das Neue Testament. Jesus sagt zu
Thomas im Johannesevangelium: “Weil du mich gesehen hast, Thomas,
darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!”
Leider können wir heute nicht mal schnell von Jerusalem nach Emmaus
laufen, um uns von Jesus die Schrift erklären zu lassen. Aber dafür hat
Gott den Heilig Geist gesendet. Er lehrt uns und erinnert uns und
ermöglicht es, dass wir es verstehen und glauben können.
Erst als die 2 Männer verstanden haben zeigt sich Jesus ihnen.
Lukas 24, 28 – 35 lesen!
Ich wünsche uns, das unsere Herzen auch brennen, wenn uns die Schrift geöffnet wird. Das wir den Weg und Willen Gottes erkennen können. Und wenn wir wieder einmal daneben liegen, so können wir wissen Jesus wird uns nachgehen! Vielleicht anders als erwartet!
Amen
Freitag, 29. Juni 2007
Eine kleine Begrüßung
Und so begrüßte ich sie mit den Satz (und sehr begeisterter Stimme): “Schön, das du da bist…” und wollte gerade zum zweiten Teil ausholen…
Aber sie machte große Augen und sagte: “Danke, ich komm schon einige Zeit, aber bis jetzt hat mir noch niemand gesagt, dass er es schön findet, dass ich da bin!"
Peinlich!!! Natürlich habe ich dann den zweiten Teil des Satzes weggelassen.
“So ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet’s an.” Jakobus 3,5
Sendschreiben an Smyrna Offenbarung 2, 8 – 11
Hier ist meine erste Predigt, die ich in Lemförde gehalten habe:
Langsam geht die Sonne über Smyrna auf. Die Möwen segeln sanft über das Meer.Doch im Hafen großer Betrieb: „He, hör auf zu träumen und reich mir endlich die Kisten rüber!“ schreit ein Mann einen jungen Matrosen an. Er will seine Waren noch rechtzeitig auf den großen Marktplatz bringen. Vielleicht hat er heute Glück und bekommt noch einen guten Verkaufsplatz.Doch auf dem Marktplatz ist schon lange ein Großes Gedränge. Zelte werden aufgebaut, Waren, aus allen Teilen Kleinasiens, entladen und ausgelegt. Hier gibt es feinen Stoff, edlen Schmuck und teures Salböl. Die Luft ist erfühlt vom Duft der Gewürze. Alles was das Herz begehrt, kann man hier kaufen.Reisende und Händler, die die Stadt das erste Mal sehen können nur staunen. Smyrna ist noch eine junge Handelsstadt und doch kann man überall prächtige Gebäude und prunkvolle Tempel bewundern. Ja, jeder der nach Smyrna kommt, kann es sehen:
Diese Stadt ist von den Göttern gesegnet!
(Anspiel Von Gott verlassen? Befindet sich unter der Kategorie Anspiele)
Vielleicht haben Sie sich jetzt gefragt, was die Erzählung und das Anspiel mit einander zu tun haben? Zwei sehr gegensätzliche Situationen. Auf der einen Seite eine noch junge aber sehr reiche Handelsstadt. Aufgebaut von Juden, wie Griechen.Und auf der anderen Seite: Armut! Angst um das Morgen. Trostlosigkeit? Eine Stadt die nicht weiß wohin mit ihrem Reichtum, wie sie ihn am besten aus dem Fenster werfen kann und Mensch die nicht wissen, was sie am nächsten Tag essen sollen.
In dem Anspiel, das in der Gegenwart spielt, sind es nur drei Personen die Arm sind. Sie sind nur ein kleiner Teil der Gemeinde. Doch in Smyrna gab es eine ganze Gemeinde, die verarmt war. Die von der Hand in den Mund lebte. Und als ob das nicht schon genug Last für Leben gewesen wäre, wurden sie auch noch verspottet und mussten üble Nachrede über sich ergehen lassen. Die Juden setzten ihnen dabei am meisten zu. Vielleicht mussten sie sich so etwas anhören:
Ihr wollt besser als wir über Gott bescheid wissen? Sagen was richtig ist!? Seht euch doch an! Ihr wisst nicht einmal was ihr morgen esst und dann uns belehren!
Ihr lästert Gott und belügt die Menschen. Es ist doch offensichtlich, ja jeder kann es sehen: Gott straft euch für eure Lügen. Wenn ihr Recht hättet, würde es euch nicht so schlecht gehen!
Trotz dieser Lästerungen und Problemen blieben die Gemeindemitglieder standhaft, hielten an Jesus, an dem Evangelium, fest. Aber… wenn man jeden Tag solche Anschuldigungen hört, kann es passieren, dass man (ganz langsam) anfängt den Worten zu glauben und Fragen tauchen auf. Vielleicht saßen einzelne Gemeindemitglieder an einen Tag zusammen, so wie Personen im Anspiel und haben überbelegt:
Was meint ihr? Vielleicht haben die doch ein bisschen Recht? Vielleicht haben wir etwas falsch gemacht oder etwas falsch verstanden?
Mitten in diese Situation, in dieses „sich fragen“, bekam diese Gemeinde einen Brief. Einen Brief mit einer Botschaft von Jesus. Endlich würden sie wissen, was sie falsch gemacht haben!
Diese Botschaft ist uns überliefert.
Sie steht in Offenbarung 2, 8-11.
Hier haben wir die Antwort. Was hatten die Christen in Smyrna falsch gemacht? Nichts! Jesus verliert nicht ein einziges negatives Wort über die Gemeinde. In der Offenbarung sind noch 6 andere Briefe (Sendschreiben) überliefert. Sieben Gemeinden und nur zwei bekommen keine negative Beurteilung. Und Smyrna ist eine davon.
In dem Brief heißt es: „Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut.“ Jesus hat ihr Leiden nicht nur von ferne gesehen, sondern er kennt sie am eigenen Leibe. Er stellt sich selber vor als Erster und der Letzte, aber eben auch als der, der tot war und ist lebendig geworden ist. Jesus ist den Weg des Leides gegangen. Er weiß ganz genau, was es heißt Angst zu haben, Verspottung zu werden, Schmerzen zu ertragen. Die Bibel zeugt davon. Das Gottesknechtslied in Jesaja (53, 2b- 5) und der Christushymnus (Philipper 6-9)
Jesus ist nicht im Grab geblieben. Er ist auferstanden. Gott hat ihn erhöht. Er ist der Erste und der Letzte. Der Richter der Welt.
Deshalb darf und kann der er die Situation der Gemeinde bewerten. Und er sagt: Du bist reich! Zu dieser armen und bedrängten Gemeinde sagt er: „Du aber bist reich!“ Es stimmt! Die Menschen dieser Gemeinde haben einen wertvollen Schatz gefunden: Sie haben Jesus als einzigen Weg erkannt und sind Kinder des allmächtigen Gottes. Jesus sagt in seinen Seligpreisungen: „Selig seid ihr Armen, den das Reich Gottes ist euer!“
Das Urteil aber über die lästernden Juden fällt schwer aus. Er nennt sie die Synagoge des Satans. Damit spricht er ihnen die Zugehörigkeit zum Volk Gottes ab.
Und wie sieht es heute in den Gemeinden aus? Auch heute gibt es Menschen, in Gemeinden, denen es nicht gut geht. Die kaum Geld zum Leben haben. Viele sind Arbeitslos geworden und nicht wenige haben hohe Schulden. Oder was ist mit den Menschen die krank sind – über längere Zeit. Krebs, Multiple Sklerose, Depression … keine Seltenheit. Was ist mit denen von einer Katastrophe in die Nächste schlittern? Ja, sie fast magisch anziehen.
Was ist, wenn für diese Personen gebetet wird und nichts passiert?
Wenn es sogar schlimmer wird!
Wissen sie was dann geschieht? Dann werden diese Stimmen wieder wach: Da kann doch etwas nicht stimmen? Die muss doch bestimmt etwas Schlimmes gemacht haben! Er verheimlicht doch etwas? Das ist garantiert die Strafe für verborgene Sünden!
Aber dieses Mal kommen die Stimmen nicht von außerhalb, sondern aus der Gemeinde. Leider ist das keine gelegentliche Situation in Gemeinden. Geschwister; die mit ihrem Problemen schon genug zutun gehabt haben, bekommen neue dazu. Schuldgefühle und das Gefühl allein gelassen zu werden. Wir haben kein Recht zu richten, zu urteilen oder Mutmaßungen vorzunehmen. Das darf nur Jesus allein. Er ist Richter!
Unsere Aufgabe ist für die Leiden da zu sein. Denn Hungrigen etwas Essen geben. Für die zu glauben, die es nicht mehr können. Im Galaterbrief (6,2) schreibt Paulus: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Und Jesus selber sagt in Matthäus (25,40): „Was ihr getan habt einem von diesen geringsten Brüdern (oder Schwestern), das habt ihr mir getan!“
Konkret heißt das, wo sind in meiner Gemeinde Menschen die Hilfe brauchen? Das können schon kleine Dinge sein, wie das Brötchen im Anspiel. Oder vielleicht auch mal der Besuch eines kranken oder alten Menschen. Oder Kinder und Jugendlichen ein Zuhause geben. Eine Familie aus meiner Heimatgemeinde hat mich mitleben lassen, mich angenommen wie ich bin, über viele Jahre. Ohne sie würde ich heute nicht hier stehen!
Was können aber jetzt die tun, denen es so schlecht geht? Und wie ging es in Smyrna weiter? Ich lese noch mal Verse 10 und 11.
In Smyrna soll es noch schlimmer werden. Es drohen Verfolgung, Gefängnis und der Märtyrertod. Und da soll man sich nicht fürchten? Also ich finde das einen sehr guten Grund um Angst zu haben. Wenn der Teufel die Erlaubnis bekommt, die Gemeinde zu prüfen. Aber… er hat keine freie Hand. Die Zeit ist auf 10 Tage begrenzt. Gott hat immer noch die Fäden in der Hand und lässt sie ganz sicher nicht los! Er hat einen Auftrag an die Gemeinde und auch an uns: Sei treu! Halte durch! Wie schwer es auch wird, bleibe an mir dran!
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer, eigentlich unmöglich dass ist! In diesen schweren Zeiten sind solche Fragen wie: liest du genug Bibel, betest du regelmäßig oder wie steht’s eigentlich mit deiner stillen Zeit aus, total unwichtig. Wir haben gar nicht die Kraft dazu.
Aber jetzt kommt ein gute Nachricht: Wir müssen das nicht alleine durchstehen! Jesus hat versprochen: Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende! Und er lässt uns wirklich nicht allein. Er ist da! Auch jetzt! Er gibt uns seine Kraft zum durchhalten. Und wenn ich in meinen gerade mal 20 Jahren etwas lernen durfte, dann: dass Gott uns niemals über unsere Grenzen belastet. Auch wenn es sich oft so anfühlt. Das heißt, dass jede große Zumutung auch gleichzeitig ein großer Vertrauensbeweis ist.Er sagt heute zu ihnen und zu mir: Ich glaube an dich! Mit meiner Kraft wirst du es schaffen durchzuhalten!Also klammern wir uns an Jesus fest!!!
Und nun zum Schluss noch eine Verheißung von Jesus:
Wer überwindet (wer an Jesus fest hält), der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn (Tochter) sein. Offb 21, 7
Mittwoch, 27. Juni 2007
Anspiel zur Predigt Sendschreiben an Smyrna
Personen: 3
Material: 3 Stühle, Decke, Rucksack, Brötchen und Tüte
Drei Plätze sind frei, stehen in einer Reihe nebeneinander. R kommt rein, setzt sich auf den rechten Platz und legt eine Decke auf den Schoß. M kommt und setzt sich neben R.
M: Was machst du den schon so früh in der Gemeinde?
R: Mir ist kalt!
M: Darum kommst du schon eine Stunde vorher?
R: Ja mir wurde gestern die Heizung abgestellt. Ich konnte schon drei Monate lang keine Heizkosten mehr bezahlen. Irgendwie ist mir das auch peinlich.
M: Mach dir nichts daraus, ich lebe auch nur noch mit Kerzen zu Hause.
L kommt, setzt sich.
L: Hallo Leute (traurig)
R: Was macht deine Bewerbung?
M: Hast du die Stelle?
L: Nee, leider nicht.
R: Schade!
M: Tut mir leid.
L: Naja, also weiter einen Monat kämpfen.
Pause, alle drei schauen traurig. R kuschelt sich in die Decke. Ms Bauch knurrt.
M: Tut mir leid. (verlegen)
R: Macht nichts, mir geht es auch so.
L strahlt, schlägt die Bibel auf “Wer bittet dem wird gegeben”.
L: Macht die Augen zu und denkt an etwas z.B. Essen.
M+R schließen Augen, L holt eine Tüte aus seinem Rucksack.
L: Ta Ta!
M+R öffnen die Augen.
M: Und nun?
R: Was den jetzt?
L: Hier hat mir vorhin eine ältere Dame gegeben. (holt aus der Tüte ein Brötchen und teilt es durch drei) Alle beißen genüsslich in ein Brötchenteil.
R: Leute?!
M: Ja!
L: Was denn?
R: Ich habe mir Gedanken gemacht.
L: Worüber?
R: Über Gott.
M: Was hast du dir denn für Gedanken über Gott gemacht?
R: Irgendwie denke ich, dass er uns verlassen hat!
M: Ach! (leicht sauer)
L: Nee, bestimmt nicht!
R: Und warum geht es uns so schlecht???? Vielleicht haben wir etwas falsch gemacht!?