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Dienstag, 8. April 2014

Payback - Sammeln Sie Punkte?

Entstehung:
Im September 2012 hockte ich mal wieder vor dem PC und sah mir eine Folge Minecraft von Gronkh an.
Während er so baute und erzählte, kam er plötzlich auf das Thema “Payback” und Punkte sammeln. Dabei bemerkte er auch, dass “Payback” ja auch “Rache” bedeuten kann.
War irgendwie ein witziger Gedankengang, aber ein paar Minuten später hatte ich es wieder vergessen.
Ein paar Tage später saßen wir als Jugendkreisteam zusammen und überlegten das neue Thema für die nächste Stunde.
Nach kurzer zeit haben wir uns für das Gleichnis des Schalksknechtes entschieden.
Die Bibelstelle war also klar, aber dann gab es das andere Problem: “Wie wollen wir das Thema nennen?”
Wer schon mal Namen für “Was auch immer” raussuchen musste, der weiß, wie schwierig das sein kann.
Als wir also so da saßen und nachdachten, erinnerte ich mich plötzlich wieder an die Tatsache, dass ja “Payback” Rache heißt.
Die anderen fanden die Idee auch gut und schon hatten wir ein Name für das Thema.


Und dazu gab es noch ein kleines Theaterstück:

Personen
-freundliche Stimme
-Otto Normal
-Lehrerin
-So ein Typ
-Mutter
Stück

Otto sitzt auf einen Stuhl und hört der Lehrerin zu.
Lehrerin: Es ist unglaublich, die Hälfe der Klasse hat schon wieder die Hausaufgaben nicht und die Klassenarbeit ist auch wieder unter aller Sau!
Ihr seit alles Versager und werdet niemals einen Ausbildungsplatz finden!
Am besten ihr meldet euch gleich für Hartz IV an!
Die Lehrerin und Otto frieren ein.
Stimme:
Herzlichen Glückwusch Otto Normal. Sie erhalten 10 Punkte!

Otto steht auf und geht umher. In kurzer Entfernung seht ein Typ und pöbelt ihn ohne Grund an.
Typ: Ey Alter, was guckst du so?! Geh aus meinem Gesicht oder du wirst mich kennenlernen! Idiot!
Der Typ und Otto frieren ein.

Stimme:

Herzlichen Glückwusch Otto Normal. Sie erhalten 20 Punkte!
Otto ist zu Hause angekommen, setzt sich auf einen Stuhl und öffnet einen Laptop. Seine Mutter kommt dazu.
Mutter: Ich kann es einfach nicht glauben! Du willst schon wieder Computer spielen und dabei hast du noch nicht mal den Müll herunter gebracht. Und dein Zimmer sieht auch schon wieder aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen.
Du bist so faul!
Nimm die lieber mal ein Beispiel an deiner Schwester!
Die Mutter und Otto frieren ein.

Stimme:
Herzlichen Glückwusch Otto Normal. Sie erhalten 30 Punkte! Sie haben zusätzlich noch den Muttergutschein eingelöst, Ihrer gerade erhaltenen Punkte verdoppeln sich noch einmal.
Vergesse Sie nicht Ihre Punkte einzulösen, bevor sie verfallen! Es gibt attraktive Prämien.
Bei 10 Punkten dürfen Sie jemanden beleidigen.
Bei 100 Punkten dürfen Sie jemanden schlagen.
Bei 100.000 Punkte ist schon ein kleiner Rufmord drin!
Und vergessen Sie nicht unser beliebtes Angebot: für nur 100 Millionen Punkte dürfen sie einen Amoklauf durchführen!

Montag, 1. April 2013

Jedes Alter

Personen:
Mose
Petrus
Maria
Samuel

Petrus: Und dann standen wir auf dem Berg und Jesus suchte sich 12 Männer im bestem Alter heraus.

Mose: Was heißt hier im besten Alter?

Petrus: Na nicht zu jung und nicht zu alt, schon etwa Erfahrung, aber auch noch nicht zu eingefahren.
Du weißt doch: ein Mann mit Familie und Beruf - das steht für Zuverlässigkeit.

Samuel: Und deswegen hast du auch gleich Jesus verraten!?

Petrus: Das ist doch Schnee von gestern!

Maria: Ich war nicht zu jung um Gott du dienen. Ich war erst 15 Jahre, als der Engel Gabriel zu mir sprach, dass ich den Retter der Welt gebären soll.

Samuel: Und ich war noch ein Kind, als ich die Stimme Gottes hörte.

Petrus: Ausnahmen, alles ausnahmen!!

Maria: Liest du eigentlich die Bibel? Was ist mit David gegen Goliath – Er war gerade mal ein Teenager oder Jeremia wurde als Jugendlicher zum Propheten berufen.

Mose: Vergesst nicht die Senioren! Ich hab schon das Volk aus Ägypten geführt, da wart ihr noch alle gar nicht geboren. Mit 80 Jahren wurde ich von Gott in der Wüste gerufen. 40 Jahre musste ich mit dem Volk im Kreis laufen und…

Maria, Petrus, Samuel: hatte nicht einmal Blasen an den Füßen.

Maria: Wir kennen die Geschichte.

Petrus: Du hast sie uns ungefähr schon 1000mal erzählt.

Samuel: Ich glaube es ist egal, wie jung oder alt man ist.

Petrus: Wenn dein Herz offen für Gott ist…

Mose: Dann kann Er jeden gebrauchen.

Samstag, 7. April 2012

Weihnachten fällt wohl aus…

Vier Personen:
Lisa
Andrea (Mutter)
Sandra (Tochter)
Heike

Inhalt:
Vier Personen treffen sich zum Geschenke einpacken und reden über die verschiedenen Weihnachtstraditionen in Gemeinde und Familie.

Lisa summt vor sich her „Weihnachten in Familie“  und räumt den Tisch auf. Sie will mit ihren Freundinnen gemeinsam Geschenke einpacken.
Wenig später klingelt es an der Tür und Andrea (Mutter) und Sandra (Tochter) mit vollen Tüten und Kisten treten ein.

Lisa:  Hallo  Andrea, Hallo Lisa, da seid ihr ja endlich. Ich habe schon gedacht, ihr kommt gar nicht mehr!

Andrea: Da draußen ist so ein Rummel! Und dann hat sich Sandra  nicht beeilt..

Sandra: Ach jetzt soll ich wieder Schuld sein!?

Lisa: Ahhh bitte nicht streiten. Ihr seid ja jetzt da, nur dass ist wichtig!

Andra: Du hast ja Recht!

Lisa: Ihr habt aber ganz schön viele Pakete?! Sind die alle für Weihnachten?

Andrea: Ja bei uns trifft sich die ganze Verwandtschaft.  Großeltern, Onkel, Tanten und so weiter…

Lisa: Ich hab nur ein paar wenige Geschenke einzupacken. Dieses Jahr feiere ich wieder im kleinen Kreis. Ich kann erst Silvester zu meinen Eltern fahren.

Es klingelt an der Tür. P1 öffnet.
Lisa: Hallo, gut das du da bist! Die anderen sind auch gerade erst gekommen.

Heike: Ich komme direkt von der Chorprobe hier her… Hoffentlich schaffen das alle  noch, ihre Stimmen bis Weihnachten zu lernen! Und dann ist noch die Chorleiterin krank geworden!!

Lisa: Und hat es heute trotzdem gut geklappt?

Heike: Ja, es war echt gut! Ein Lied hat mir besonders gut gefallen. Pass mal auf:

Chorlied


Die Vier sitzen am Tisch und packen die Geschenke ein.

Sandra:  Ich freu mich schon auf Heilig Abend,  wenn die ganze Familie zusammen sitzt und  auf das leckere Essen!

Andrea: Ja du musst das Essen auch nicht machen! Und wenn die Gans nicht perfekt ist, dann ist Onkel Helmut wieder den ganzen Abend sauer und vermisst allen anderen die Laune.

Lisa: Mhhh manchmal ist es doch von Vorteil, von den Verwandten so weit weg zu wohnen…

Heike: Stimmt ja, deine Familie wohnt hier gar nicht? Wie habt ihr denn früher Weihnachten gefeiert? Nur du, deine Geschwister und Eltern?

Lisa:  Am 24. Dezember mussten meine Brüder und ich  immer in der Küchen bleiben. Unsere Eltern erzählten uns immer, dass der Weihnachtsmann noch Sachen vorbereiten muss und sie helfen ihm dabei.
Unter Strafe war es verboten zur Wohnzimmertüre zu gehen. Mein großer Bruder machte sich daraus immer einen Spaß. Er hob mich hoch und trug mich in den Flur, direkt vor die Wohnzimmertüre und setzte mich dort ab.

Sandra: Und was geschah dann?

Lisa: Ich bin voller Panik wieder in die Küche gerannt und habe gehofft, dass der Weihnachtsmann mich nicht bemerkt hatte.
Nach einem ewig langen Nachmittag klingelte irgendwann endlich das Glöckchen und wir durften endlich in das Wohnzimmer eintreten und unsere unsere Geschenke auspacken.
Danach gab es immer Würstchen und Kartoffelsalat und dann guckten wir gemeinsam im Fernsehen „Weihnachten in Familie“.

Heike: Wie war das den alles? Seit ihr denn nicht  in einen Weihnachtsgottesdienst gegangen?

Lisa: Nö, warum auch? Weihnachten war für uns auch so perfekt, ich kannte es auch nicht anders und als Kind fand ich es wundervoll.

Andrea: Also so könnte ich nie feiern!  Mir würde etwas fehlen.

Lisa:
Wie sieht den bei euch Weihnachten aus?

Andrea:
Erzählt… (große Familie, Weihnachtsgottesdienst, Gans)

Und ich freute mich immer wieder, wenn wir das Lied „Tochter Zion“ gesungen haben.

Gemeindeweihnachtslied „Tochter Zion“

Heike:  Es ist wirklich interessant, wie ihr alle Weihnachten feiert. Aber wisst ihr, was mich gerade beschäftigt: Welchen Version der Weihnachtsgeschichte ich am Heilig Abend lesen soll?  Was haltet ihr davon, wenn ich aus Matthäus lese?

Andrea: Das kannst du nicht machen! Es wir doch in der Kirche.
immer Lukas gelesen
Das würde die Leute doch durcheinander bringen.

Lisa: Lasst es doch ganz weg, vielleicht fällt es niemanden auf

Heike: Du kannst doch nicht die Weihnachtsbotschaft weglassen…

Lisa: Ja, wäre doch mal was Neues und stattdessen liest du ein Weihnachtsgedicht.
Ich hab da schon eins:
„Lieber guter Weihnachtsmann schau mich nicht so böse an.
Stecke deine Rute ein, ich will auch immer Artig sein!“

anderen: Böse Blicke..Offener Mund!

Lisa: Jaja, war ein Scherz… Ich wollte euch nicht ärgern.

Andrea: Am besten machen du machst das, wie wir was das immer gemacht haben, bleibe ganz traditionell  bei Lukas.

Lesung

Gemeindelied

Lisa: Oh man, für Weihnachten muss man ja so viel bedenken und dann der ganze Stress.

Sandra: Wisst ihr noch, was es letztes Jahr geschah, als wir vergessen haben „Oh du fröhliche“ zu singen? Die Leute wollten ohne das Lied nicht nach Hause gehen.

Heike: Aber es kann auch nicht richtig Weihnachten werden ohne das Lied!

Sandra: Ich sehe das nicht so, ich mag ein anderes Lied viel lieber. „Da wurde mitten in der Nacht ein Kind geboren“

Lisa: Ohh ja, des kenne ich auch
Beide singen das Lied.

Heike: Es ist schon seltsam, was man alles braucht, damit richtig Weihnachten werden kann. Und  jede Familie hat ihre eigene Tradition. Da ist die Familie, das Essen, die Geschenke zu bedenken. Nicht zu vergessen die richtigen Lieder und jedes für sich soll perfekt sein!

Sandra: Was passiert eigentlich, wenn die Gans verbrannt ist, die Familie zerstritten, die Geschenke mal wieder die falschen sind und wir singen nicht „Oh du fröhliche“?

Lisa: Ja dann müsste Weihnachten dieses Jahr leider ausfallen…

Lied

Ablaufplan grob
- Chorlied
- Begrüßung
- Gebet
- Kinderlied (Eine Tür tut sich auf für mich)
- Anspiel
- Chorlied
- Gemeindelied (Tochter Zion)
- Text
- Gemeindelied (Gloria in exelsis deo)
- Vortragslied (Da wurde mitten in der Nacht)

- Gemeindelied (In der Nacht von Bethlehem)
- Predigt
- Lied Kanon (Mache dich auf und werde Licht)
- Bekanntmachung
- Gebet
- Segen
- Lied (Oh du Fröhliche)

Kollekte am Ausgang

Montag, 16. Februar 2009

Die Berufung des Levi und das Mahl mit den Zöllnern

Erklärung: Vor dem Gottesdienst wurden 50 Cent Zoll von den Gottesdienstbesuchern verlangt. Wer sie nicht hatte, musste erst einmal draußen warten. Ab und zu wurden auch einfach so Leute rein gelassen, weil man sie z.B. sympathisch fand oder aus andere Gründe.

Glas mit Geld hoch zeigen.
Hier ist euer schönes Geld drin! Ich finde ja, wir hätten mehr einnehmen sollen, dann wäre bestimmt noch ein großer Eisbecher für jeden in  WG drin.

Als ihr an der Tür standet und Lena das Geld eingesammelt habt, da habe ich ein bisschen beobachtet.

Reaktionen beschreiben

Zu keiner Zeit mochten Menschen Geldeintreiber. Vor allem wenn man hart dafür arbeiten muss, um irgendwie über die Runden zu kommen. Hier am Bibs gibt es ja auch einige die zwei oder sogar drei Nebenjobs haben und das Geld trotzdem nicht hinten und vorne reicht.

Gerade bei den Erstklässlern könnte es jetzt klingeln. Zöllner! Quasi die Prototypen eines Sünders im ersten Jahrhunderts. Unbeliebt weil sie beim Geld eintreiben und in ihre eigen Tasche steckten und mit der römischen Besatzungsmacht zusammen arbeiteten und zudem waren sie noch unrein, weil sie ständig Kontakt mit Nichtjuden und dessen Geld hatten.

Heute geht es aber nicht um den Zöllner Zachäus. Der Text befindet sich weiter vorne im Lukasevangelium.

Jesus hatte zu einen gelähmten Mann gesagt: „Deine Sünden sind dir vergeben!“ Dies führte zu einen einem Streitgespräch mit den Pharisäern. Um seine Vollmacht zu zeigen, dass er Sünde vergeben kann, heilt Jesus darauf den gelähmten Mann.

Hier fängt unser Text an: Lukas 5, 26 – 32

26 Und sie entsetzten sich alle und priesen Gott und wurden von Furcht erfüllt und sprachen: Wir haben heute seltsame Dinge gesehen.

27 Und danach ging er hinaus und sah einen Zöllner mit Namen Levi am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach!

28 Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach.

29 Und Levi richtete ihm ein großes Mahl zu in seinem Haus, und viele Zöllner und andre saßen mit ihm zu Tisch.

30 Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten und sprachen zu seinen Jüngern: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern?

31 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.

32 Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten.

Die Heilung des Gelähmten und die Berufung des Zöllners gehören eng zusammen. In beiden geht es um Sünde und Heilung.

Kurz nachdem Jesus die Sünde des gelähmten Mannes vergeben hatte, von dem nicht wir nicht wissen, was er getan hat, sah Jesus den Zöllner Levi in seinem Zoll sitzen. Praktisch in Ausübung seiner „Sünde“, für jeden sichtbar. Genau zu diesem korrupten, Besatzungsmacht unterstützenden Sünder ruft Jesus in die Nachfolge. „Folge mir nach!“ Und Levi ließ alles stehen und liegen und folgte ihm nach.

Waren als Jünger Petrus, Johannes und andere noch in Ordnung für die Pharisäer (vielleicht ein bisschen impulsiv und manchmal schwer von Begriff, leicht fanatisch oder zweifelnd), so hatte sich Jesus jetzt einen waschechten Sünder ins Boot geholt. Ich frage mich, was die anderen gedacht haben, bestimmt war Simon der Zelot bestimmt nicht sehr begeistert von Jesus Idee.

Jesus verlangte von Levi auch nicht, dass es sich erst ändert, sein Besitz verkauft, Sühneopfer in den Tempel bringt und dann, wenn er genug Buße getan hatte, dürfte er – nach einer Probezeit- sich als Jünger Jesu bezeichnen. Nein, er sagte zu Levi „Folge mir nach“, alles andere würde sich schon später ergeben.

Übrigens mit der Probezeit ist kein Witz, ich habe schon ein paar Mal gelesen, dass, bevor man einen Rabbi folgen durfte oder in die Genossenschaft der Pharisäer aufgenommen wurde,man eine Probezeit hatte und verschiedene Aufgaben zu erfüllen hatte. Jesus hingegen verlangte zur Nachfolge keinen kompletten Aufnahmebogen.

Levi schien sich jedenfalls über die Einladung Jesus zu freuen und war dankbar. Er lud Jesus in sein Haus ein und schmieß eine große Party (ein großes Mahl steht im Text).

Und Jesus kam.

Und dazu noch eine Horte weiterer Zöllner und andere Gäste. Mir ist aufgefallen, das Lukas an diese Stelle bewusst nicht Zusammenklang „Zöllner und Sünder“ geschrieben hat.

Bis dahin klingt noch alles ziemlich harmonisch. Doch dann kommen die Pharisäer und Schriftgelehrten dazu, besser gesagt, sie standen mit Sicherheit vor dem Haus, den wenn sie in das Haus rein gegangen wären, dann hätten sie sich verunreinigt. Sie fragen die Jünger Jesu, warum sie mit den Sündern zusammen essen.

Aus der Sicht der Pharisäer ist das eine gute Frage. Wenn man lang genug an dieser Schule war, dann weiß man, dass Pharisäer nicht die Bösen sind, wie sie manchmal in christlichen Kreisen dargestellt werden. Sie wollten Gott mit ganzen Herzen dienen, sie waren für soziale Gerechtigkeit und versuchten das Gesetz so genau wie möglich zu halten und für die judenfeindliche Umwelt lebensmöglich umzusetzen. In einem Umfeld, wo man kaum noch die Reinheitsvorschriften einhalten kann, weil selbst das Volk sich kaum noch an die Gebote hält und es vor Heiden nur so wimmelt, ist die einzige Möglichkeit sich abzugrenzen, ggf eine Subkultur zu bilden. Zwar haben die Pharisäern missioniert und wollten das Volk zu Umkehr zu Gott bringen, aber dann gab es auch noch hoffnungslose Fälle. Zöllner, Prostituierte, Verbrecher und so weiter… Umgang mit denen würde nur Verunreinigung bedeuten.

Also warum hat Jesus ausgerechnet mit diesen Leuten Tischgemeinschaft?

Jesus antwortet darauf, weil die Kranken einen Arzt brauchen, weil ich gekommen bin, die Sünder zur Buße zu rufen.

Jesus stellt sich in seiner Wirkenszeit auf der Erde immer auf die Seite der Schwachen, der Sünder, der Kleinen und Unbeachteten. Er ruft sie alle in seine Nachfolge, er identifiziert sich sogar mit ihnen „Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht. Er hat keine Berührungsängste und kennt keine hoffnungslosen Fälle. Und er ruft seine Jünger auf es ihm gleich zu tun. Bis neulich dachte ich, dass das eigentlich ziemlich klar für uns Christen sein sollte, aber manchmal Verhalten wir uns eher wie die Pharisäer, als wie Jesus.

Neulich hatte ich ein Streitgespräch mit jemanden aus einer Gemeinde. Kinder aus moslemischen und aus einem wirklich schlechten Hintergrund waren mal wieder negativ aufgefallen und die Person sagte. „Wir sind überhaupt nicht verantwortlich für diese Kinder und wer weiß ob das hier überhaupt etwas bringt!“ Ich war etwas geschockt, weil ich kurz vorher mich intensiv mit diesen Thema in der BP-Woche auseinander gesetzt habe. „Wir sind hier vielleicht die einzigen, die diesen Kindern Liebe entgegen bringen und ich glaube daran, dass Jesus fähig ist in den Leben dieser Kinder etwas zu bewirken!“ Er sagte nur: „Schön für dich!“

Und falls ihr jetzt denken solltet, dass ich toll bin, dann muss ich gestehen, dass ich sehr oft an Obdachlosen vorbei gehe und denke, denn gebe ich nichts, die sind ja selber Schuld. Als Toby letzte Woche predigte zuckte ich etwas zusammen, ich gehöre zu den Menschen, die Obdachlose nicht angucken.

Naja, ein bisschen besser wird es langsam mit mir, aber auch ich habe meine „Lieblingsgruppen“, von denen ich mich lieber fern halte.

Von welchen Menschen grenzt du dich ab? Wenn übersieht du oder willst übersehen? Wer sind die Menschen, zu denen Jesus sagt folge mir nach?

Sind es für dich Alkoholiker, eingebildete Frau von Nebenan, Homosexuelle, Ausländer, Moslems, Volksmusikliebhaber , Kinder aus der Inobhutnahme, chronisch Kranke, Depressive.

Vielleicht ist es an der Zeit mit ihnen „Tischgemeinschaft“ zu haben, was auch immer, das in deiner Situation bedeutet. Vielleicht ist es and der Zeit sich wieder neu von der Liebe Jesu anstecken zu lassen und die Menschen in unserer anzunehmen wie sie sind.

Amen

Donnerstag, 5. Februar 2009

Vertrauen

Vertrauen ist verdammt schwer, wenn es einen schlecht geht. Ich werde es trotzdem irgendwie versuchen!

Montag, 2. Februar 2009

Vergleichen macht traurig

Heute bin ich nicht so besonders gut gelaunt. Warum? Nun eigentlich geht es mir nicht schlecht, wenn ich genau gucke sogar richtig gut! Ich habe heute alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe, hatte gute Gespräche und liebe Leute um mich. Und bei der Sparkasse heute konnte ich einen wunderschönen und kostenlosen Kalender absahnen.

Also warum bin ich traurig?!?
Weil ich mich schon den ganzen Tag mit den anderen vergleiche. Nicht was Aussehen und Begabung betriff, da bin ich mittlerweile ziemlich gefestigt. Ich weiß was ich kann und nicht kann und das es nicht schlimm ist nicht überall die beste zu sein.

Nein, bei mir geht es eher um Beziehungen und Menschen. Es macht mich traurig, dass ich mit gewissen Personen immer noch nicht so umgehen kann, wie ich will. Es ist nicht mal so groß meine Schuld, es gab halt nur mal ein großes Missverständnis. 
Und anstatt auf die Fortschritte zusehen und was mir Gott schon alles geschenkt hat (und das ist nicht wenig!), seh ich auf die anderen um mich herum und seh wie “gut” es ihnen geht. 

Es ist anstrengend, die ganze Zeit so traurig durch die Gegend zu laufen. Ich will jetzt lernen auf das zu schauen, was Gott schon Geschenkt hat und darauf zu vertrauen, dass er einen guten Plan hat.